Welt von Beyond - Podcast

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Trägst du in dir eine innere Welt? Und wenn ja, wo ist ihr Eingang? Ist die aufregendste Reise, die wir antreten können, die Reise in uns selbst? Und wenn ja, ist es möglich, dass wir durch unsere inneren Augen die äußere Welt ganz anders sehen? Dieser Podcast heißt Welt von mir. Und irgendwo zwischen dem Dunkel der Nacht und dem Tagesanbruch ist der Zugang zu deiner inneren Welt. Ich bin Anne Fonja und begleite dich auf deiner Reise. Willkommen in der Welt von Beyond. Fühlst du dich oft getrieben, als würdest du immer einen Schritt hinterher hinken, egal wie sehr du dich bemühst? Oder hast du das Gefühl, dass du ohne Anstrengung und Kampf nicht vorankommst und dass es gefährlich wäre, einfach loszulassen? Kennst du diese innere Unruhe, die aufkommt, sobald du dir erlaubst, Pause zu machen, als würde etwas in dir dich sofort wieder in Bewegung setzen wollen? Wenn du dich in diesen Fragen wiedererkennst, dann bist du nicht allein. Ich möchte mit dir teilen, was ich auf meiner eigenen Reise herausgefunden habe, über den Schatten der inneren Kriegerin und warum manche von uns ohne Kampf nicht zur Ruhe kommen. Einer meiner größten Wendepunkte ereignete sich, als mich eine tiefe Erschöpfung übermannte. Es war nicht die Müdigkeit nach einem langen Tag, sondern eine allesdurchdringende, schwere. Ich schrieb in großen Buchstaben in mein Reisetagebuch, ich möchte nicht mehr kämpfen. In diesem Moment spürte ich, wie meine innere Kriegerin nach vorn trat. Damals erkannte ich, dass meine Erschöpfung aus dem tief verwurzeltem Glauben stammte, dass das Leben ein ständiger Kampf sei. Unbewusst erschuf ich immer und immer wieder Situationen, die mich genau in dieses Gefühl zurückwarfen. Meine innere Kriegerin war aus der Überzeugung geboren, dass das Leben schwer ist, dass Verluste unvermeidlich sind, dass ich unermüdlich kämpfen muss und doch niemals ankommen werde. Es gab Zeiten, in denen dieser Kampfgeist mit Optimismus und Leidenschaft verbunden war. Ich fand Freude an meiner Arbeit und ich glaubte, meine innere Kriegerin endlich ins Licht geführt zu haben. Doch irgendwann merkte ich, dass ich mich erneut ausbrannte. Ein guter Freund sagte einmal zu mir, »Anne, man kann sich auch mit dem ausbrennen, was man liebt.« Zunächst klang das simpel. Ich dachte, ich müsse nur lernen, mehr Pausen zu machen. Doch genau das fiel mir schwer. Sobald ich innehielt, spürte ich Unruhe und Angst. Dann bemerkte ich ein Muster. Immer wenn ich Ballast abwarf, schuf ich mir neue Baustellen. Ich geriet in herausfordernde Beziehungen, suchte mir Aufgaben, die mich im Kampfmodus hielten. Ich stand vor einer Wand und suchte verzweifelt nach einem Ausweg. Rückblicke auf meine Erfolge brachten keine Erleichterung. Tief in mir blieb der Drang, weiterzukämpfen. Dann kam die Erkenntnis. Neben dem Kämpfen sabotierte ich mich ständig selbst durch Zweifel und Unsicherheit. Meine innere Kriegerin und mein innerer Saboteur arbeiteten im Stillen zusammen. Doch das Entscheidende war, Kämpfen fühlte sich für mich normal an. Solange ich mich abmühte, fühlte ich mich sicher. Doch sobald ich mir erlaubte, loszulassen, tauchte eine diffuse Angst auf. Besonders vor Pausen, Urlauben oder Momenten des Genusses meldete sich eine tiefe innere Unruhe. So begann meine Reise nach innen, um herauszufinden, warum meine Kriegerin im Schatten die Kontrolle übernommen hatte. Ich wollte verstehen, welche unbewussten Glaubenssätze und inneren Mängel sie auszugleichen versuchte. Ich weiß, dass ich mit dieser Herausforderung nicht allein bin. Deshalb möchte ich mit Dir teilen, was ich auf meiner inneren Reise herausgefunden habe und was sich hinter diesem Muster verbergen kann. Die Schamgefühle und unser innerer Jugendlicher Als erstes begegnen wir der Scham, die sich hinter der inneren Kriegerin im Schatten verbirgt. Einer tief sitzenden, oft unbewussten Scham. Mit ihr verknüpft ist der Glaubenssatz Ich werde nie gut genug sein. Doch weil uns diese Scham und der dahinterliegende Glaubenssatz meist nicht bewusst sind, versuchen wir, die innere Unruhe zu betäuben. Wir projizieren den Wunsch nach einer besseren Zukunft auf äußere Umstände, auf andere Menschen, Orte oder Errungenschaften in der Hoffnung, uns dadurch endlich ganz und wertvoll zu fühlen. Hier spielt unser inneres, jugendliches Selbst eine ganz entscheidende Rolle. Unsere Jugendjahre, sie sind eine Zeit, in der wir intensiv auf der Suche nach unserer Identität sind. Unser Selbstwertgefühl und unsere soziale Zugehörigkeit sind besonders zerbrechlich. In dieser Zeit erleben wir Scham oft zum allerersten Mal, in einer existenziellen Tiefe, wenn wir das Gefühl haben, nicht richtig zu sein, nicht dazu zu gehören oder nicht zu genügen. Diese so frühen Erfahrungen hinterlassen emotionale Wunden, die selten heilen, weil wir in unserer Jugend meist keine bewussten Strategien haben, mit Scham konstruktiv umzugehen. Unser inneres, jugendliches Selbst entwickelt daraufhin Selbstschutzstrategien. Eine Strategie besteht darin, eine kriegerische Haltung einzunehmen, sich stark zu machen, nicht angreifbar zu erscheinen, immer weiter zu kämpfen. So entsteht die innere Kriegerin im Schatten. Sie tritt an, um die Verletzlichkeit zu verdecken, die tief in uns verborgen liegt. Doch statt die Scham zu transformieren, wird sie nur maskiert, indem der Fokus auf Leistung, Kampf und Anerkennung im Außen gelegt wird. Weil Scham eine so prägende Kraft in der Jugend ist, graben sich die daraus entstehenden Glaubenssätze tief ins Unterbewusstsein ein. Unsere innere Jugendliche, unser innerer Jugendlicher, die sich beweisen wollen, übertragen ihren ungestillten Hunger nach Anerkennung auf die innere Kriegerin, den inneren Krieger. Und die übernehmen die Aufgabe, durch ständiges Streben und Kämpfen, die ungeliebten Anteile zu überdecken. Doch solange dieser Mechanismus unbewusst bleibt, verstricken wir uns immer weiter und immer weiter in einem Kreislauf aus Leistungsdruck, Ratlosigkeit, Rastlosigkeit und Selbstzweifeln, ohne zu erkennen, dass wir damit eigentlich nur vor der alten Scham davonlaufen. Ein sehr berührendes Beispiel für die innere Kriegerin im Schatten, die aus Scham und einem tiefen Gefühl des »Ich bin nicht gut genug« heraus agiert, ist Mulan, aus der Ballade von Mulan, einer alten chinesischen Erzählung, aus der der Disney-Film beruht. Mulan fühlt sich in ihrer traditionellen Rolle als Tochter unzulänglich und glaubt, dass sie nie gut genug sein wird, um die Erwartungen ihrer Familie zu erfüllen. Diese innere Unsicherheit und Scham treiben sie dazu an, sich als Mann zu verkleiden und sich der Armee anzuschließen. Ihre innere Kriegerin im Schatten tritt in Aktion. Sie kämpft, unerbittlich, nicht nur um China zu retten, sondern auch, um sich selbst zu beweisen, dass sie einen Wert hat. Doch ihr Antrieb ist zunächst nicht Selbstverwirklichung, sondern das Verstecken ihrer tiefen Angst, dass sie ohne Leistung und Kampf nicht liebenswert ist. Erst als sie erkennt, dass ihre wahre Stärke nicht in ihrem Durchhaltevermögen oder ihrer Tarnung liegt, sondern in ihrer Intuition, ihrer Klugheit und ihrem Mut, kann sie sich aus diesem inneren Kampf befreien. Damit beginnt die Transformation ihrer Kriegerin aus dem Schatten ins Licht. Das innere Kind Als Kinder streben wir unbewusst danach, unseren Wert zu beweisen, sei es durch schulische Leistungen, sportliche Erfolge oder andere Formen des Wettbewerbs. Doch unter dieser Oberfläche liegt eine tiefere, existenzielle Schicht des Kampfes, die um unser emotionales Überleben innerhalb unserer Familie. Kinder sind in ihrer Entwicklung auf die Erwachsenen um sie herum angewiesen, um zu überleben, emotional wie physisch. Wir sind darauf angewiesen, zu überleben, was unwusst oft bedeutet, den Erwachsenen zu gefallen und ihren Erwartungen zu entsprechen. Dieser Kampf, den wir als Kinder führen, geht über die äußeren Herausforderungen hinaus und ist in seiner Tiefe ein innerer Kampf, der mit der Frage verbunden ist, wie wir die Liebe und Anerkennung der Eltern erlangen können. Die Liebe, die wir so dringend benötigen, um emotional zu überleben, wird zu einem Ziel, das wir zu erreichen suchen. Der Glaube, dass das Leben ein Kampf ist, entsteht aus dem frühen Glauben, dass wir uns anstrengen müssen, um die Liebe der Eltern zu verdienen. Und dieser Glaube zieht sich durch unser gesamtes Leben, selbst wenn wir älter werden und die Äußeren kämpfen mit der Realität uns fordern. Für ein Kind erscheint das Streben nach der Liebe der Eltern wie eine lebenswichtige Sicherheit. Es ist der Glaube an die Möglichkeit, sich durch eigene Anstrengung zu verbessern und irgendwann die ersehnte Fürsorge zu erhalten. Das Streben nach Liebe wird zu einer Quelle der Hoffnung, einer Hoffnung, die die Vorstellung aufrecht erhält, dass man irgendwann gut genug sein wird, um diese Liebe zu verdienen. In diesem Glauben an die eigene Minderwertigkeit wird die Vorstellung, sich zu verbessern, zum Nordstern ein leuchtendes Ziel, das uns dem schwer fassbaren Wunsch, endlich als gut genug anerkannt zu werden, näher bringt. Für das Kind ist das Streben nach Verbesserung der einzige Bereich, den es selbst kontrollieren kann. Es gibt also eine gewisse Sicherheit in der Vorstellung, dass das, was erreicht werden muss, nur durch Anstrengung und Wille möglich ist. In den Augen eines Kindes erscheinen die Eltern allmächtig und perfekt. Der Wunsch, die Eltern als gut und unfehlbar zu sehen, ist ein grundlegendes Bedürfnis, das Sicherheit vermittelt. Das Kind hinterfragt nicht die Eltern, sondern sucht den Fehler bei sich selbst, wenn es nicht die gewünschte Liebe oder Aufmerksamkeit erhält. Und in dieser Dynamik erwacht die innere Kriegerin oder der innere Krieger, der den Drang verspürt, zu kämpfen, um sich zu beweisen und zu dem zu werden, was er glaubt, um Liebe und Anerkennung zu verdienen. Der innere Konflikt, der in diesem Streben nach gut genug sein liegt, wird von der tiefer wurzelten Überzeugung begleitet, dass nur durch immer, immer härteres Arbeiten und immer mehr Anstrengung die ersehnte Sicherheit, diese elterliche Zuneigung und ein Gefühl der Zugehörigkeit erreicht werden können. Doch diese Haltung kann sich im Laufe des Lebens als selbstzerstörerisch entpuppen. Wenn der Glaube, dass härteres Arbeiten das fehlende Stück in der emotionalen Erfüllung ist, nie hinterfragt wird, läuft die innere Kriegerin Gefahr, endlos im Kampf zu verharren, immer auf der Suche nach Anerkennung, die nie ganz ausreicht. Dieser Kreislauf aus Selbstbeweis und unerreichbarer Perfektion wird zur lebenslangen Jagd nach einem Ziel, das niemals wirklich gut genug ist, sondern stets in der Zukunft liegt und der innere Frieden bleibt unerreichbar. Das erwachsene innere Kind Je nach Erfahrung kann unsere innere Kriegerin, unser innerer Krieger im Schatten mit verschiedenen inneren Kindarchetypen in Verbindung stehen. Doch besonders eng arbeitet sie mit dem erwachsenen inneren Kind zusammen. Wenn unsere Eltern Zeiten großer emotionaler Not durchlebten oder nicht so für uns da sein konnten, wie wir es brauchten, mussten wir oft früher erwachsen werden, als es für ein Kind natürlich wäre. Vielleicht haben wir gelernt, dass unsere Bedürfnisse nicht willkommen sind, weil sie von unseren Eltern mit Frustration, Überforderung, vielleicht sogar Ablehnung beantwortet wurden. Das konnte in uns das Gefühl hervorrufen, dass unsere eigenen Emotionen falsch sind oder eine Last für andere darstellen. Doch der emotionale Mangel, der die Kriegerin im Schatten in uns erweckt, lag nie an uns, sondern an den Umständen, die uns keine echte emotionale Sicherheit gaben. Beständiges Kämpfen wird dann zur Überlebensstrategie, um diese schmerzhaften Gefühle zu vermeiden. Wer immer in Aktion ist, kommt nicht zur Ruhe und kann somit auch die alte Wunde nicht fühlen. Wenn das erwachsene innere Kind stark unsere innere Welt bestimmt, kann in uns ein tiefer, unbewusster Glaube entstehen. Wenn ich meine Mutter oder meinen Vater nur lange genug unterstütze, werde ich eines Tages die Liebe und Fürsorge bekommen, nach der ich mich so sehne. Doch dieser Mechanismus führt in eine Sackgasse. Wir streben nach Anerkennung, dürfen aber nicht zu gut oder zu erfolgreich werden, weil das als Bedrohung empfunden werden könnte und die ersehnte Nähe gefährden würde. Und so geraten wir in einen endlosen inneren Konflikt, ein Kampf ohne Sieg. Und so kann es geschehen, dass die Kriegerin im Schatten mit dem inneren Saboteur im Schatten zusammenarbeitet. Ein bewusster Glaubenssatz, der daraus entstehen kann, lautet, wenn ich klein bleibe, wird alles gut. Dann werden meine Eltern für mich da sein. Doch das Kind in uns wartet noch immer, oft unbemerkt. Deshalb kann es geschehen, dass uns gerade in Momenten großer Erfolge eine unerwartete Traurigkeit überkommt. Plötzlich spüren wir den Mangel an elterlicher Präsenz, den wir als Kind so sehr zu kompensieren versucht haben. Ein Beispiel ist Daisy aus dem Buch Der große Gatsby von Scott Fitzgerald. Daisy wächst in einer wohlhabenden, aber emotional unsicheren Umgebung auf. Ihre Eltern sind wenig präsent und sie ist von der gesellschaftlichen Erwartung ihrer Zeit und ihrem Status geprägt. Ihre Kindheit ist von einer emotionalen Kälte und Entfremdung durchzogen, was sie dazu bringt, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zugunsten der äußeren Sicherheit und sozialen Anerkennung zu unterdrücken. Sie entwickelt die innere Kriegerin im Schatten als Schutzmechanismus. Sie versucht, ihre Gefühle zu verbergen und sich an den materiellen und gesellschaftlichen Normen festzuhalten, alles um nicht verletzt zu werden. Daisy sehnt sich zwar nach Liebe und Zuneigung, hat aber Angst, sich vollständig auf jemanden einzulassen, insbesondere auf Gatsby, der die große leidenschaftliche Liebe in ihr weckt. Sie hat gelernt, dass ihre Gefühle nicht der Maßstab sind, nachdem man handelt, sondern die äußeren Umstände. Ihr inneres Kind hofft auf eine Wiedervereinigung mit der Liebe ihrer Jugend, aber ihre innere Kriegerin blockiert diese Sehnsucht, da sie fürchtet, ihre Sicherheit und den sozialen Status zu verlieren, den sie durch ihre Heirat mit Tom erhofft hat. In diesem inneren Konflikt wird Daisy von ihrer Vergangenheit und den unverarbeiteten Gefühlen aus ihrer Kindheit geführt, während ihre Kriegerin im Schatten ständig versucht, ihr Herz vor der Welt und vor sich selbst zu schützen. Das tragische Ende ihrer Beziehung zu Gatsby und ihr letztlich noch immer unerfülltes Leben zeigen, wie dieser ungelöste innere Konflikt in einer ständigen Abwehrhaltung gegenüber echten, tiefen Gefühlen mündet. Der Krieger im Schatten und der Richter Der innere Richter und der innere Krieger sind tief miteinander verwoben und spiegeln verschiedene Facetten eines inneren Überlebensmechanismus wieder, der in unserer früheren Kindheit seinen Ursprung hat. Der innere Richter ist die kritische Stimme, die uns ständig bewertet und uns glauben lässt, dass wir nie genug sind. Diese Stimme ist eine verzerrte Nachahmung der ersten Autoritäten in unserem Leben, vor allem unserer Eltern oder anderer wichtiger Bezugspersonen. Wenn wir in unserer Kindheit und Jugend von diesen Bezugspersonen negative Rückmeldungen erhalten und nicht die emotionale Unterstützung bekommen, die wir bräuchten, entsteht der innere Richter als eine innere Stimme der Ablehnung und des Zweifels. Diese negativen Bewertungen und das fehlende emotionale Feedback werden tief in unserer inneren Welt verankert und entfalten sie später als der innere Richter. Es ist, als ob die Urteile, die wir in unserer Kindheit erfahren haben, in unserem Unterbewusstsein gespeichert sind und nun unbewusst unser Handeln leiten. Der innere Richter im Schatten fordert uns ständig auf, uns zu verbessern, uns selbst in Frage zu stellen und mehr zu leisten, um die Anerkennung und Liebe zu gewinnen, die wir in unserer Kindheit oft nicht vollständig erfahren haben. Diese Stimme kann uns in einen Zustand permanenter Unzufriedenheit mit uns selbst versetzen und uns glauben lassen, dass wir nie genug tun können, um wirklich gesehen und geliebt zu werden. Der innere Krieger im Schatten wird so zu einer Art Verteidiger, der uns helfen soll, den Anforderungen des inneren Richters gerecht zu werden, Doch in diesem ständigen, unbewussten Kampf verlieren wir oft den Kontakt zu unserem wahren Selbst und zu unseren Bedürfnissen. Der innere Krieger im Schatten kämpft aus einer Haltung der Angst und des Mangels, nicht aus einem gesunden Streben nach Selbstverwirklichung oder innerer Erfüllung. Der Krieger im Schatten und die Liebe Als Erwachsene projizieren wir den Glauben, dass wir Anerkennung und Liebe nur durch Kampf verdienen können, auf verschiedene Menschen und Situationen. Wir sehen ihn in einem missbilligenden Chef, in einem Partner oder Partnerin, der oder die sich nicht wirklich bindet, emotional nicht erreichbar ist oder mit der wir stets Kämpfe erleben. Auch Dinge wie ein neues Haus, ein neues Auto oder ein Abschluss können zu Objekten werden, die uns versprechen, das Gefühl zu vermitteln, gut genug zu sein, so jagen wir einem Ziel nach dem anderen hinterher und scheinen dabei stets nur neue Baustellen und Schwierigkeiten zu erleben. Diese Projektionen entstehen aus dem unbewussten Mustern, die wir in unserer Kindheit entwickelt haben, als wir glaubten, dass Liebe und Anerkennung nur durch Leistung und Anstrengung erlangt werden können. Wenn wir gelernt haben, dass Liebe und Anerkennung immer hart erkämpft werden müssen, dann beeinflusst dieser Glaube unsere gesamte Sichtweise auf Beziehungen. Wir nehmen an, dass Liebe etwas ist, das ständig verteidigt und mit harter Arbeit erkämpft werden muss. Verletzungen aus der Vergangenheit machen es schwer, Liebe als etwas zu akzeptieren, das bedingungslos und freigebig gegeben wird, das leicht sein kann. Stattdessen tragen wir die Vorstellung in uns, dass wir immer wieder beweisen müssen, dass wir der Liebe würdig sind. Das Zulassen von Liebe aber bedeutet, sich verletzlich zu zeigen, etwas, was die Kriegerin im Schatten, der Krieger im Schatten absolut vermeiden möchte, denn diese Verletzlichkeit widerspricht dem eigenen Selbstbild als kämpfende, starke Persönlichkeit. Wir haben gelernt, dass Stärke und Kampf die einzigen Wege sind, um zu überleben und so bleibt der Kampf um Liebe oft eine Fortsetzung. Diese gewohntene Rolle. Hinter der Fassade verbergen sich jedoch häufig tiefsitzende Unsicherheiten und Ängste. Wir haben die Angst, nicht liebenswert zu sein und dieser Glaube kann sich als Projekt Manifestieren, indem wir kämpfen, versuchen wir uns selbst und anderen unseren Wert zu beweisen. Verletzungen verstärken dieses Muster, indem sie uns dazu bringen, uns innerlich zurückzuziehen. Diese innere Isolation verstärkt das Gefühl, dass Liebe etwas Seltenes und Kostbares ist, das nur durch aktives Suchen und Kämpfen erlangt werden kann. Liebe wird so zu etwas, das erkämpft werden muss, anstatt etwas, das wir uns einfach erlauben können, zu empfangen. Loyalität gegenüber der Familie Ein weiterer Grund hinter diesem Muster kann unsere Loyalität gegenüber unserer Familie sein. Oft drücken wir unsere Liebe zu unserer Familie auf eine subtile, unbewusste Weise aus, indem wir die Glaubenssätze und Muster übernehmen, mit denen wir aufgewachsen sind. Wenn wir in einem Umfeld aufwuchsen, in dem das Leben als schwer und von ständigem Kampf geprägt galt, dann wird dieser Glaube tief in uns verankert. Es kann sich dann wie ein Akt der Untreue anfühlen, diesen Glaubenssatz zu hinterfragen oder zu verändern. Wenn wir anfangen, die Möglichkeit von Leichtigkeit, Freude und Fülle zu glauben, empfinden wir oft eine unbewusste Schuld. Wir können sogar glauben, dass es ein Verrat an der Familie ist, diesen Weg zu gehen, da wir befürchten, dass unsere Veränderung als Ablehnung ihrer Lebensweise interpretiert wird. Die tiefere Dynamik hinter diesem Gefühl ist, dass wir als Kind stark mit der Zugehörigkeit zur Familie identifiziert sind. Unsere Familie bietet uns das Gefühl von Sicherheit und Identität und Veränderungen in den Glaubenssätzen können als Bedrohung dieser so wichtigen Bindung wahrgenommen werden. Wenn wir uns von den ererbten Glaubenssätzen lösen, fürchten wir, dass wir uns von der Familie lösen, distanzieren oder sie enttäuschen. Diese Angst ist oft das Resultat eines unbewussten Bedürfnisses, Liebe und Anerkennung durch die Zugehörigkeit zu unserem familiären System zu sichern. Veränderung erfordert Mut, weil wir das Gefühl haben, dass der Bruch mit den alten Glaubenssätzen möglicherweise auch einen Bruch mit der Familie selbst bedeutet. Doch in Wahrheit könnte diese Veränderung ein aktives Annehmen unserer eigenen Identität sein, das den Raum für mehr Liebe, Wachstum und Authentizität schafft, ohne die Familie zu verraten. Der Weg der Heilung Das Loslassen des Drangs zu kämpfen, geht mit der Einsicht einher, dass der Kampf uns letztlich nicht weiterbringt. Im Gegenteil, er erzeugt nur noch mehr Widerstand und Kampf. Der Moment kommt, in dem es an der Zeit ist, innezuhalten und zu fühlen, zu spüren, was wirklich in uns vorgeht, ohne uns weiter in den ewigen Kampf zu stürzen. Um als Erwachsene das Bedürfnis zu beenden, ständig zu kämpfen, müssen wir uns erlauben, über die Ursprünge dieses Musters zu trauern. In der Kindheit war der Kampf oft das einzige Mittel, um uns einen Platz in der Welt zu erkämpfen, aber dieser Impuls überlebt in uns als eine Art ständige Anspannung. Wenn wir uns weigern, weiterzukämpfen, beginnen wir, den darunterliegenden Schmerz und Trauer zu fühlen, die mit diesem Impuls verbunden sind. Diese Trauer, die oft in den Schatten verdrängt wurde, birgt jedoch eine immense Kraft. Hinter der Trauer liegt die kreative Energie, der innere Frieden und die Quelle der Inspiration, die wir benötigen, um wirklich zu heilen. Indem wir dem Kind in uns erlauben zu trauern, dem Kind, das glaubt, er es müsse sich ständig beweisen, schaffen wir den Raum, um Frieden zu finden. Der Kampf ist eine Illusion. Er stellt das Streben nach einem Ziel dar, was wir niemals erreichen können. Den friedvollen Ort, den wir uns erhoffen, aber nie wirklich finden, weil wir immer weiter kämpfen. Der Übergang, den wir vollziehen müssen, ist der Glaube, dass wir bereits von Natur aus wertvoll sind, ohne uns anstrengen zu müssen, um gut genug zu sein. Als Erwachsene haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu erkennen und aus einer inneren stabilen Quelle zu schöpfen. Das Leben wird dann nicht nur vertrauenswürdiger, sondern auch freundlicher. Das Loslassen des Kampfes ist ein Zeichen von wahrer Reife, denn es bedeutet, dass wir uns selbst und unsere Geschichte anerkennen, ohne uns immer und immer wieder in einem inneren Konflikt zu verlieren. Der tiefste Schritt in diesem Prozess ist die Erkenntnis, dass der Schmerz des Kindes in uns niemals durch äußeren Erfolg oder Leistung geheilt werden kann. Indem wir uns erlauben, die Trauer zu fühlen und den alten Schmerz anzuerkennen, können wir uns von den Fesseln des Kampfes befreien. Der Weg der inneren Heilung mag anfangs mit Einsamkeit und Traurigkeit verbunden sein, weil diese Gefühle ursprünglich von uns verdrängt wurden. Doch als Erwachsene mit Unterstützung von Menschen, die uns verstehen, können wir uns diesen Gefühlen stellen und wenn wir diese Wunden anerkennen, geschieht die wahre Magie. Unter der Traurigkeit eröffnet sich ein heiliger Raum. Freude tritt an ihre Stelle. Die Freude, den Reichtum und die Größe des eigenen Seins zu erkennen, die Freude zu wissen, dass wir nie wirklich verlassen wurden, dass unser wahres Selbst immer da war und uns nie entglitten ist. Der Unterschied zwischen Kämpfen und einem klaren Fokus Vielleicht fragst du dich, woran du erkennen kannst, ob du in einem ständigen Kampfmodus bist. Nun, es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen dem ständigen Kämpfen und sich abmühen auf der einen Seite und dem fokussierten Handeln, das erforderlich ist, um Aufgaben zu erledigen und die eigenen Wünsche zu verwirklichen auf der anderen Seite. Der Unterschied liegt darin, dass der Kampf und die Mühe uns erschöpfen, während konkrete, zielgerichtete Handlungen uns mit Energie versorgen. Kämpfen und sich abmühen ist eine innere Reaktion der Anspannung, die oft mit Scham und dem Gefühl verbunden ist, dass wir nicht genug sind, wie wir sind. Dagegen ist zentriertes Handeln das Gegenteil. Es ist eine Form des Seins, des Erlaubens, des Annehmens, der Präsenz, der inneren Ruhe und der Ausdehnung. Wenn wir den Kampf aufgeben, kann sich unser Körper wieder öffnen. Er wird zu einer verlässlichen Quelle für Informationen, die uns leiten, anstatt von ständiger Anstrengung erschöpft zu sein. Es mag sein, dass du Anfangsmüdigkeit und Erschöpfung spürst, weil dein Körper beginnt, sich zu entspannen und sich von der ständigen Anspannung zu befreien. Aber mit der Zeit wird das Leben leichter. Die Dinge beginnen, sich müheloser zu manifestieren. Du wirst erkennen, was wirklich wahr und gut für dich ist, anstatt ständig darauf zu achten, dich selbst zu verbessern oder äußeren Maßstäben gerecht zu werden. Die Herausforderungen, die auf deinem Weg auftauchen, sind nicht länger Bedrohungen, sondern Gelegenheiten, deine innere Wahrheit weiter zu verfeinern und immer mehr im Einklang mit ihr zu leben. Jede Herausforderung wird dich weiter in deiner eigenen Entwicklung unterstützen, ohne dass du dafür kämpfen musst. Trauer spielt eine entscheidende Rolle in diesem Prozess, weil sie uns hilft, diese Illusionen zu erkennen und loszulassen, mit denen wir uns als Kinder verbunden haben, um zu überleben. Unter dem Kämpfen und Trauer liegt jedoch etwas viel Tieferes. Eine neue Art von Gefühl, das uns mit der Schönheit und Kraft unseres wahren Selbst verbindet. In diesem Raum wartet das innere Kind, das mit Licht und Liebe darauf wartet, dass wir es wieder annehmen. Epilog Die Kriegerin meiner inneren Welt war mir bereits in der Vergangenheit begegnet. Es war damals, als ich zum allerersten Mal Williams kleinen Laden betrat, verborgen in der schmalen Gasse der uralten Stadt. In jener Zeit, in der ich mich so verloren, so fremd fühlte und in der ich mein bisheriges Leben und alles, was ich mir aufgebaut hatte, vor mir in Asche zerfallen sah, trat auf mysteriöse Weise William Morgan, der Besitzer eines kleinen Ladens, verborgen inmitten einer uralten Stadt in meinem Leben. Als ich über die Schwelle seines Ladens trat, ertönte eine altmodische Ladenglocke. Im Inneren des Ladens erhellten kleine Wandlampen die vielen Regale und warfen ihr Licht auf alte Instrumente, kuriose Objekte, Sanduhren, kleine Statuen und Bücher. Auf einem Tisch stapelten sich Landkarten, Zeichnungen und Kompasse. Am Ende des Raumes drohnte ein alter Ladentisch. Links daneben war ein Regal, auf dem halb im Dunkeln hölzerne Statuen von mystischen Kreaturen standen. Vielleicht wären sie mir gar nicht aufgefallen. Hätte ich nicht das Gefühl gehabt, dass die kleine Statue des Drachen in dem Moment, als mein Blick auf sie fiel, ein wenig aufblitzte. Aber als ich mich den Statuen ganz zuwandte, standen alle vier, die Triade, die Meerjungfrau, der Drache und der Pegasus, ruhig und still nebeneinander. Es war in den ersten Wochen unserer Freundschaft, dass William mir erzählte, dass jeder von uns alle vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft in seiner eigenen Welt trägt. Doch dass eines dieser Elemente besonders stark ausgeprägt ist. In meiner inneren Welt war es das Element Feuer. Und die Kriegerin sollte in meinem Leben eine besonders herausfordernde Rolle einnehmen. Sie stellte mich vor viele Prüfungen, die mich immer wieder an meine Grenzen brachten. Doch genau in dieser Herausforderung lag auch ihre tiefere Weisheit. Eine Weisheit, die mich wie ein ständiger Begleiter immer wieder daran erinnerte, dass wahre Stärke nicht nur im Kampf liegt, sondern auch im Erkennen der eigenen wahren Kraft. Ich habe von William Morgan, diesem weisen Magier, denn das war er für mich, so viel über die innere Welt von uns Menschen und über ihre Bewohner, die Archetypen gelernt. Als mein Leben in Chaos versank und ich meinen Weg nicht mehr sah, war es William, der mir half, dass ich mein Abenteuer meisterte und der mir den Namen meiner Reise verriet, die Phönixerfahrung. Die ganze Geschichte erfährst du in meinem Buch, die Phönixerfahrung. Darin nehme ich dich mit, auf eine magische Reise der Selbstfindung, der Auseinandersetzung mit eigenen Schattenseiten, auf eine Reise den Mut zu finden, dich neu zu erfinden. Der Phönix symbolisiert den Kreislauf von Zerstörung und Erneuerung, der notwendig ist, um sein eigenes Leben zu gestalten und persönliches Wachstum zu erreichen. Es ist eine Reise der Heilung und der inneren Befreiung. Die Phönix-Erfahrung ist sowohl eine metaphorische Reise als auch ein praktisches Werk, das dir hilft, dich mit deinen eigenen Transformationsprozessen auseinanderzusetzen und diese als Teil deines persönlichen Wachstums zu verstehen. Du findest mein Buch überall im Handel. Stay magic. Always.

Über diesen Podcast

Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen die Verbindung zu ihrer eigenen Seele suchen und die Welt die über die einfachen Wahrnehmungen hinausgeht, erforschen wollen. Wenn wir diese Reise antreten, dann treten wir in die gigantisch großen Landschaften unseres Unbewussten ein. Und was wir dort über uns selbst lernen, hilft uns zu entdecken wer wir wirklich sind. Hier ist unsere magische Ecke im Podcast Universum. Willkommen zurück. Willkommen zu Hause.

von und mit Anne Vonjahr

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